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    18.09.1998 U2 18.09.1998

    U2

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  • Snow Patrol
    09.09.2003 Snow Patrol 09.09.2003

    Snow Patrol

    Snow Patrol

    09.09.2003

    Snow Patrol

    Snow Patrol

    Snow Patrol haben bereits einmal bewiesen, was in ihnen steckt. Vor gut zwei Jahren wurde ihre unvergessene Hymne über Liebe und Verlangen, "Run", veröffentlicht und katapultierte das Album "Final Straw" auf Platz drei der Albumcharts. Nachdem sie zu jenem Zeitpunkt bereits zehn Jahre als Band existiert hatten, war es die Kombination von Selbstbewusstsein, harter Arbeit und ihrer mitreißenden Mixtur aus verzerrtem britischem Rock und US-Alternative Gitarren-Pop, die Snow Patrol an die Spitze brachte.

    Gary Lightbody, seines Zeichens Sänger und Chef-Songwriter von Snow Patrol ist überzeugt, dass sich das Publikum seiner Band fast so fühlt, als sei es mit der Band befreundet. Der Beweis für seine These ist das Album "Eyes Open" - denn es ist eine Ansammlung von Songs geworden, die sämtliche Versprechen des Vorgängers "Final Straw" einlöst und sogar übertrifft. Ohne Frage ist "Chasing Cars" der atemberaubendste Track des Albums, in dem zugleich auch der innere Geist von "Eyes Open" liegt. Vielleicht liegt das auch an der Botschaft dieses Songs, denn laut Lightbody ist es "das reinste und aufrichtigste Liebeslied", das er je geschrieben hat.

  • Amy Macdonald
    26.08.2007 Amy Macdonald 26.08.2007

    Amy Macdonald

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    12.01.1999 Duffy 12.01.1999

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  • Jamie Cullum
    15.09.2004 Jamie Cullum 15.09.2004

    Jamie Cullum

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    15.09.2004

    Jamie Cullum

    Jamie Cullum

    "Jamie Cullum ist der DiCaprio des Jazz", meinte die Wochenzeitung Die Zeit und versuchte damit, das Phänomen dieses jungen Sängers und Pianisten einzukreisen. Wer ihn einmal live erlebt, hat aber eher das Gefühl, eine unterhaltsame Mischung aus Lausebengel und Crooner auf der Bühne zu sehen. Denn Cullum tanzt auf dem Klavier, leistet sich Kapriolen den Entertainments, nur um wenige Minuten später wieder inniglich eine Ballade anstimmen zu können. "Cullum schlüpft in verschiedenen Rollen, zitiert Cobain und das Rat Pack, Hendrix und die Kinks, darüber hinaus eine ganze Reihe swingboppender Ahnherren der Bewegung", konnte man nach seinem Münchner Konzert in der Süddeutschen Zeitung lesen. "Seine Stärke ist die Selbstverständlichkeit, mit der er die an sich divergierenden Stile der eigenen Darstellung einverleibt. Man glaubt ihm den frustriert-verliebten College-Studenten ebenso wie den Entertainer mit den großen Gesten, lässt sich einfangen von den spitzbübischen Details, wenn er auf dem Klavier tanzt oder es betrommelt. Es macht ihm Spaß, am Mikrofon zu stehen, mit den Menschen zu arbeiten, ausführliche Animationen durchzuziehen. Er hat die natürliche Ausstrahlung eines überzeugten Milchbarts, der alles mehr als perfekt abliefern will".

     

    Jamie Cullum wurde im Jahr 1980 in Malmesbury in der britischen Provinz Wiltshire geboren. Er stammt aus einer multikulturellen Familie - der Vater kommt aus Jerusalem, die Mutter aus Burma -, die noch dazu eine große Affinität zur Popmusik hat. Denn die Eltern, der Onkel und der Großvater spielen gemeinsam in einer Coverband mit den Namen "The Impact" und der kleine Jamie darf sich bald dazu setzen und selbst ein paar Akkorde am Klavier drücken. Allerdings ist er, wie die meisten Teenager, kein Freund von langen Übungen und Proben und so wendet er sich erst einmal vom Klavier ab, um das vermeintlich coolere Element Gitarre zu spielen. Im Kopf schweben ihm Soli wie das von Eddie van Halen auf Michael Jacksons "Beat It" herum. Cullum ist 13 Jahre alt.
     
    Allerdings muss er bald feststellen, dass auch das Piano einiges zu bieten hat. Vor allem Oscar Petersons swingende Geläufigkeit hat es ihm angetan. Auf der einen Seite also hört er den Grunge von Nirwana und den Pop von Soundgarden, auf den anderen durchstöbert er die Plattensammlung seiner Eltern nach wirklich lässigen Aufnahmen der Vergangenheit. Er beginnt, von neuem Ehrgeiz angespornt, eifrig zu üben, steigt dann während seiner frühen Universitätsjahre bei Oldtime-Combos in Oxford ein und ist bald in Bars und Kneipen, Hotels und auf Hochzeiten, ja sogar auf Kreuzfahrtschiffen zu hören. Cullum lernt durch die Praxis und entwickelt in rasantem Tempo seine eigene Vorstellung von Entertainment.
     
    Schließlich hat er das Geld zusammen, um eine eigene CD zu produzieren, nimmt "Heard It All Before" auf und vertickt die Auflage von 700 Stück erfolgreich bei Konzerten. Eines dieser Alben landet darüber hinaus auf dem Tisch des britischen Candid-Labels, das durchaus beeindruckt von dem Potential des Jungen anno 2001 sein Debüt "Pointless Nostalgic" in größerem Rahmen produziert. Cullum, gerade mal 20 Jahre alt, arrangiert sich mühelos mit den Forderungen des großen Business, eigene Songs wie "I Wanna Be A Popstar" setzen sich ironisch mit seinen Träumen auseinander.
     
    Schließlich schafft er es tatsächlich, in die Hitparaden zu gelangen. Im Jahr 2003/4 veröffentlicht die Universal Cullums drittes Album "Twentysomething" und es trifft den Geschmack der Menschen. Ungemein authentisch covert er Songs vom Broadway bis Jimi Hendrix, vermischt sie mit seinen eigenen Klangvorstellungen und macht daraus einen musikalischen Cocktail, der sich vom Songwritertum und dem Pop der Gegenwart ebenso inspirieren lässt wie von den swingboppenden Stimmungen der Old Lions. Cullum wird zum Jungstar des Business, von manchen als männliches Gegenstück zu Norah Jones, von anderen wieder als neuer Frank Sinatra gepriesen. Er selbst sieht sich dabei in keine Schubladen gepresst. Denn er hat mit den Oldtimer in Oxford ebenso gespielt wie mit jungen Rockkollegen, die Kategorisierungen sind ihm schnuppe. Sein Ziel ist ein durchaus jugendliches: Er will Spaß haben und der lässt sich nicht auf irgendeinen Stil beschränken.

    07/2005

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Ayo. | Bio

Ayo Eyecatcher

Biografie

  • Ayo. | Ayo. 26.08.2008 | Ayo Bio 2008
    „Gravity At Last“ (VÖ: 10.10.08)

    Bei manchen Menschen weiß man einfach, welchen Weg sie einmal gehen werden. Ayo ist so ein Fall: Schon mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Joyful“ (2006) war klar, dass ihr eine große Karriere bevorsteht. Aufgewachsen als Kind einer Rumänin, von der sie ihre Liebe zum Weltenbummeln und ihre Geselligkeit geerbt hat, und eines Nigerianers, der sehr viel Zeit mit ihr verbrachte und sie an die Musik heranführte, stand schon sehr früh fest, dass sie irgendwann eine Karriere als Musikerin antreten würde. Es war nur eine Frage der Zeit. Mit 19 ging sie dann nach London, um diesen Wunsch in die Tat umzusetzen, doch kamen die Dinge erst richtig ins Rollen, als sie nach Paris gezogen war und dort einen Vertrag mit Polydor France unterzeichnet hatte. Nun stand ihrer Bilderbuchkarriere nichts mehr im Wege.

    Ayo hat mit ihrer einzigartigen Stimme im Handumdrehen unzählige Fans für sich gewinnen können: „Down On My Knees“, ihre erste Single, war bereits ein Riesenhit, und das „Joyful“-Album ging in Frankreich geradewegs an die Spitze der Charts. Allein in Frankreich verkaufte sie eine halbe Million Einheiten ihres Debütalbums (weltweit waren es über 750.000). Insgesamt hielt sich „Joyful“ über 30 Wochen in den französischen Top-20.

    Auch auf der Bühne sorgte Ayo für Furore: Sie spielte große Konzerte in ganz Frankreich, u.a. sogar fünf ausverkaufte Shows im legendären Olympia, der ältesten Music Hall von Paris – das hatte es noch nie gegeben! Der Mitschnitt von einem der Abende wurde unter dem Titel „Live At Olympia“ als DVD veröffentlicht, und Ayo konnte dafür schon bald eine Platinauszeichnung in Empfang nehmen. 2007 wurde sie bei den Victoires de la Musique-Awards in der Kategorie „Best Female Act of the Year“ nominiert; darüber hinaus stand auch das Video zu „Down On My Knees“ auf der Nominiertenliste.

    Nachdem das Fundament also gelegt war, präsentierte Ayo ihren lässig-verführerischen Style auch außerhalb Frankreichs: „Joyful“ erschien in über 40 Ländern – in Griechenland, Italien und der Schweiz gab’s Gold und in Polen sogar doppeltes Platin (wie übrigens auch in Frankreich) – ein Riesenerfolg für ein Debütalbum.

    Anfang 2008 zog es Ayo dann wieder einmal in die Ferne: Sie packte ihre Koffer und flog auf die Bahamas. Dort zog sie sich sogleich in die berühmten Compass Point Studios von Chris Blackwell zurück, dem Gründer von Island Records.

    Unterstützt vom Duft bzw. von den umtriebigen Geistern früherer Aufnahme-Sessions (von Legenden wie Bob Marley und den Rolling Stones, um genau zu sein), ging Ayo dann ganz klassisch zur Sache und arbeitete nur mit analogem Equipment, mit dem schon jene Geister ihre Meilensteine produziert hatten. Jay Newland, der Ayo bereits für die Aufnahmen von „Joyful“ als Co-Producer zur Seite gestanden hatte, assistierte ihr auch dieses Mal, nachdem er kurz davor die Arbeit mit Norah Jones abgeschlossen hatte. Gemeinsam mit dem Keyboarder Lucky Peterson und dem Gitarristen Larry Campbell, der zuvor schon mit Bob Dylan gearbeitet hatte, nahm Ayo dann 13 Stücke auf, und schon war „Gravity At Last“, ihr neues Album, im Kasten.

    Insgesamt klingt Ayos zweites Album so schlüssig und rund wie der Vorgänger; ihre sanfte und doch kraftvolle Stimme dominiert wiederum sämtliche Tracks und man kann deutlich raushören, wie wichtig ihr es war, den jeweiligen Moment und den Vibe im Studio einzufangen. „Es gab keinen besonderen Grund, meine Arbeitsweise zu verändern“, erklärt Ayo. „Musik ist nach wie vor die beste Therapie für mich, und absolute Ehrlichkeit ist, was ich mir schon immer auf die Fahne geschrieben habe.“

    Und doch ist „Gravity At Last“ weitaus mehr als die direkte Fortsetzung von „Joyful“. Die neue LP ist komplexer, vielschichtiger. Anstatt auf den aktuellen Reggae-Folk-Zug aufzuspringen, wollte Ayo unbedingt ein größer angelegtes und üppig orchestriertes Album aufnehmen. „Das Rhythmuselement ist bei diesem Album wichtiger, auch wenn die Stimme und die Gitarre auf den ersten Blick im Vordergrund stehen“, erklärt die Sängerin. Ganz egal, ob es sich nun um „I Am Not Afraid“, eine afrikanische Hitzewelle aus Sound, um den heftigen Blues-Schmerz von „Maybe“, die unglaublich intensive Ballade „Better Days“ oder aber um die Gospel-Anflüge von „Thank You“ handelt – stets zeigt Ayo, dass sie ihre Palette vergrößert und noch mehr Einflüsse verarbeitet hat.

    Während sie klanglich in ganz unterschiedliche Richtungen geht, ist und bleibt die Liebe das zentrale Thema ihrer Songs. So gelingt es ihr erneut, mehrere Text- und Bedeutungsebenen zu schaffen, wenn sie dem Hörer intime und persönliche Dinge präsentiert, sie aber so verpackt, dass sich viele Menschen damit identifizieren können: „Ich denke, dass sich viele Leute in meinen Texten wiedererkennen können, weil sie vieles davon auch schon einmal erlebt haben“, kommentiert sie. Gleichwohl ist ein Großteil der Stücke sehr persönlich, was jedoch oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist: „Man könnte ein Stück wie `Lonely´ zum Beispiel locker für ein Liebeslied halten, dabei ist es eigentlich ein Song, den ich auf Tour geschrieben habe; er handelt von meinem Vater, von dem ich zu diesem Zeitpunkt schon seit Monaten nichts mehr gehört hatte.“

    Ähnlich verhält es sich auch beim Albumtitel, „Gravity At Last“: „Die Schwerkraft, auf die ich mich im Titel beziehe, ist `musikalische Schwerkraft´, wenn man so will. Schließlich ist mein Sound heute sehr viel schwerer als früher. Zugleich dachte ich dabei an Reife, die Reife, die ein Mädchen erlangt, wenn es selbst Mutter wird. Schließlich bin ich heute nicht mehr nur das Kind meiner Eltern, sondern selbst eine Mutter mit Kind, der Kopf meiner eigenen Familie. In den letzten zwei Jahren haben sich viele Dinge in meinem Leben verändert; heute bin ich viel erwachsener, viel reifer, und ich verstehe inzwischen viele Dinge und Zusammenhänge, von denen ich früher keinen blassen Schimmer hatte. Die Tatsache, dass ich jetzt Mutter bin, hat meine Sicht der Dinge komplett verändert.“

    Folglich dreht sich auf dem neuen Album auch vieles um die Familie und das eigene Heim – doch weiß Ayo nur zu gut, dass diese Art von Leben verdammt real ist, und eben kein Märchen. All die unterschiedlichen Erfahrungen und Eindrücke, die Konzerte, die großen Erfolge, die glücklichen oder unglücklichen Gefühle, die sie in den letzten beiden Jahren erlebt und verspürt hat, haben sie sehr stark geprägt. Sie sind Teil von Ayo und Teil von „Gravity At Last“.

    „Slow Slow (Run, Run)“, die erste Singleauskopplung (VÖ: 26.09.08), sollte eigentlich nur „Run, Run“ heißen, was deutlich macht, wie sehr sie das Tempo beschäftigt, das in ihrem Leben spätestens seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums herrscht. „Es geht mir auch um ein Gefühl der Erleichterung; das wollte ich auch im Albumtitel zum Ausdruck bringen“, sagt sie abschließend. „Das `At Last´ – also das „endlich“ – steht dafür, dass ich heute glücklich bin, weniger Probleme habe, mich stärker und selbstbewusster fühle. Es fühlt sich gut an, mit der Vergangenheit abgeschlossen zu haben.“

    Dazu kommt, dass es sich sicherlich nicht gerade schlecht anfühlt, wenn man weiß, dass einem die Zukunft gehört.
  • Ayo. | Ayo. 26.08.2008 | Ayo Bio 2006
    Der familiäre Hintergrund eines Musikers oder einer Musikerin kann sicherlich oftmals vernachlässigt und als wenig aufschlussreich abgetan werden – und doch ist derjenige von Ayo alles andere als gewöhnlich. Hier die Fakten: Sie kam am 14. September 1980 in der Nähe von Köln zur Welt. Die verschiedenen kulturellen Einflüsse, die ihr als Kind eines nigerianischen Vaters, der in den siebziger Jahren zum Studieren nach Deutschland gekommen war, und einer rumänischen Mutter, die ihre Kindheit in einem kleinen Dorf verlebt hatte, bereits in die Wiege gelegt worden waren, sollten dafür sorgen, dass sie schon frühzeitig eine Fürsprecherin von Vielfalt wurde und Puristen bzw. jegliche Art von Cliquen stets misstrauisch beäugte. „Grundsätzlich würde ich mich eher als Bohemien bezeichnen, ich ziehe eine Art `Nomaden-Lifestyle´ vor. Ohne ein festes Zuhause leben? Für mich bedeutet das Freiheit“, berichtet Ayo neckisch. Ihr eher ungewöhnlicher Name stammt aus der westafrikanischen Yoruba-Sprache und steht für „Freude“. Und es ist in der Tat eine Freude, die attraktive Musikerin dabei zu beobachten, wie sie ihre Fans dazu einlädt, gemeinsam mit ihr in die Welt der Musik (im Gegenteil zu World-Music) einzutauchen. „Mein Vater hat mich gewissermaßen mit einer musikalischen Flasche großgezogen, denn er arbeitete hin und wieder als DJ. Bei uns im Haus gab es unendlich viele Vinyl-Alben.“ So wuchs Ayo zwischen Pink Floyd und Fela Kuti, den Soul Children und Bob Marley bzw. zwischen Bunny Wailer („immer wieder eine Zeitreise in meine Kindheit!“) und Prince Sunny Adé („der absolute Held in Sachen Juju-Musik“) auf. Fragt man sie heute nach demjenigen Genre, das sie als Kind am liebsten mochte, kann sie darauf keine Antwort geben.

    Um die Musik von Ayo gänzlich verstehen zu können, muss man einen Blick in ihre Vergangenheit werfen und gleichermaßen die glücklichen und weniger schönen Momente beleuchten. Bereits als Kleinkind verließ sie Deutschland und verbrachte eine Weile in Nigeria, ein Land übrigens, das ihr seither wahnsinnig viel bedeutet: „Meine Großmutter wollte, dass ich in Nigeria bleibe, aber mein Vater hat sich diesem Brauch widersetzt. Darum bin ich auch seitdem nie wieder in Nigeria gewesen – schlichtweg, weil mein Vater Angst hat, mich zu verlieren.“ Dieses Erlebnis war ein erster harter Schlag für sie. „Allerdings bin ich mir sicher, dass ich eines Tages zurückkehren werde. Ich muss einfach, dieser Drang ist mir angeboren! Bereits wenige Jahre später wurde ihre Mutter drogenabhängig. Ein zweiter Schlag. Ayo war gerade erst sechs Jahre jung und musste von nun an mit ihrem Vater, ihrer Schwester und ihren zwei Brüdern leben. Und doch ließ sie den Kontakt zu ihrer Mutter, die sie als „eine starke Frau, trotz ihrer Fehler“ beschreibt, niemals abbrechen. Zu dieser Zeit, irgendwann Mitte der achtziger Jahre, hielt Ayo erstmalig eine Geige in der Hand, doch sollte das Instrument schon bald durch ein Klavier ersetzt werden, an dem sie zwischen ihrem 10. und 14. Lebensjahr jede freie Minute verbrachte. Bald darauf lernte sie auf eigene Faust, wie man Gitarre spielt: „Ich brauchte ein Instrument, mit dem ich mich ganz direkt ausdrücken konnte, etwas Unvermitteltes... Die Gitarre ist einfach direkter, und sicher ist sie auch aggressiver, und das meine ich im positiven Sinn. Vor kurzem habe ich allerdings auch wieder damit begonnen, Songs am Klavier zu schreiben. `Neva Been´ zum Beispiel, das auch auf dem Album vertreten ist, entstand am Klavier.“

    Auf der Suche nach ihrer Berufung landete sie zunächst in London, wo ein Teil ihrer nigerianischen Familie lebte. Ayo war damals gerade 21 Jahre alt. „Für mich war das eine absolut wichtige Phase. Es war das erste Mal, dass ich mich wirklich selbst ausdrücken konnte. Ich musste Deutschland einfach verlassen, um zu mir selbst zu finden.“ Und trotzdem sollte sie schon kurz nach ihrer Ankunft in London ihre Koffer wieder packen und weiterziehen. „Diese ganzen Umzüge, die Reisen durch die Welt haben mir dabei geholfen, eine eigene Identität zu finden. Ich könnte nie lange an einem Ort bleiben, eine sesshafte Existenz wäre einfach nichts für mich! Dafür bin ich viel zu spontan! Und mir sind materielle Dinge, Besitztümer auch viel zu unwichtig, dass ich überhaupt an die Zukunft denken könnte. Was ich allerdings weiß: Ich kann immer wieder an einem Nullpunkt anfangen, ganz egal wo ich bin. Das habe ich in dieser Zeit gelernt.“

    So kam es, dass Ayo mit ihrem deutschen Pass schließlich zwischen Paris und New York lebte. Diese beiden Metropolen sind es auch, die ihre musikalische Identität treffend beschreiben: „New York ist der ultimative Schmelztiegel... dort habe ich auch denjenigen Produzenten getroffen, nach dem ich lange Zeit gesucht hatte. Jemand, der das Beste aus mir herausholen konnte.“ In den Staaten sollte sie schließlich im Verlauf einiger Monate eine Reihe von Aufnahme-Sessions absolvieren und dann ihr erstes Album aufnehmen. Zeitgleich betrachtete sie Paris, wo sie wiederholt in der Nähe von Les Halles wohnte, nunmehr als ihr eigentliches „Zuhause“. Innerhalb von knapp zwei Jahren machte sie sich auch in Paris einen Namen. Und dann ging alles immer schneller: Nach anfänglichen Solokonzerten mit ihrer Gitarre, fand sie sich schon bald im Vorprogramm von Omar, dem britischen „Soul Brother“ und improvisierte an der Seite von Cody ChestnuTT, mit dem sie sich die Bühne des Elysée-Montmartre teilte. Ihr größter Traum war es, irgendwann einmal mit Stevie Wonder auf derselben Bühne zu stehen.

    Nach und nach war sie zum Stadtgespräch geworden, und viele Leute waren sich sicher, dass sie bereits ein Album aufgenommen hatte. Dabei hatte sie zu diesem Zeitpunkt einzig ein paar Song-Ideen (vor-)produziert; es gab erst fünf Songs, die im kleinen Kreise verbreitet worden und dort wie eine Bombe eingeschlagen waren. Aber Ayo ließ sich weiterhin Zeit: Sie wurde Mutter. „Ein Kind zu bekommen, hat mir ganz neue Türen geöffnet. Lange Zeit hatte ich meine Musik als eine Art Therapie betrachtet, als einen Kanal, in den man seine Gefühle ablassen kann. Die Musik war mein Weg, mit anderen zu kommunizieren. Heute habe ich einen Sohn, aus dem ich Vertrauen schöpfe.“ Nile kam gegen Ende 2005 zur Welt. Anfang 2006 überschlugen sich die Dinge dann plötzlich. Ayo wusste, dass sie nun ins kalte Wasser springen und richtig loslegen musste: „Wir hatten so wahnsinnig lange über dieses Album geredet, und letztendlich nahmen wir es dann in ganz kurzer Zeit auf. In nur fünf Tagen war alles im Kasten. Das gesamte Album wurde fast schon wie ein Live-Mitschnitt aufgenommen. „Ich muss die anderen Musiker immer in der Nähe haben, muss sie fühlen, um mich wirklich entfalten zu können..., und ich fühle mich nun einmal am besten, wenn ich live spiele. Ganz egal, ob man alleine oder mit einer Gruppe dasteht – in einer Live-Situation kann man sich nicht verstecken. Man kann nicht lügen.“

    Das Resultat der Aufnahmen ist eine eklektische Ansammlung zartbitterer Songs, wobei jedes der zwölf Stücke auf unterschiedliche Eindrücke und Erfahrungen zurückgreift, die Ayo während ihrer Reisen und Umzüge gesammelt hat. Sie weint, lacht und bewegt den Zuhörer mit ihrer simplen und unverstellten Herangehensweise. Unterstützt wird sie dabei von einer Band, die ihr Produzent Jay Newland zusammengestellt hat und die ihre musikalische Vision absolut mit ihr teilt. Man kann förmlich raushören, wie ihre Mitstreiter völlig aufgeschlossen in den unfassbar melodischen Fluss ihrer Musik eintauchen – sei es nun mit einer Note auf einer Hammond B3, einem Hauch von Mundharmonika, einer Slideguitar- oder einer Perkussions-Einlage. Ayo füllt den klanglichen Raum schließlich mit ihrer Stimme, die u.a. auf die Pidgin-Sprache von Lagos oder die Erinnerungen an ihr Wandervogel-Dasein zurückgreift. Laut eigener Aussage will sie mit diesen Texten ihrem Vater gedenken, ihrer „Referenz“, und gleichzeitig ihre Mutter, ihre „Muse“, in die Musik integrieren. Doch es gibt noch zwei weitere Einflüsse, die den Klang dieses Albums deutlich geprägt haben – ein Album übrigens, das auch im Jahr 1970 hätte aufgenommen werden können. Zunächst wäre da ihr Mentor Donny Hathaway zu nennen, „ein Sänger, der eigentlich gar keine Worte benötigt, um seine Gefühle zu transportieren. Seine Musik ist so emotional, so wahnsinnig tiefschürfend! Das geht soweit, dass ich auch heute noch manchmal weinen muss... Seine Songs wurden vor rund 35 Jahren geschrieben, aber sie sind heute noch genauso aktuell wie damals. Sie haben nichts an Kraft eingebüßt!“ Das würde auch erklären, warum sie von derzeitigem Neo-Soul nichts hören will: „Für mich ist das belanglos. Ich bevorzuge da die Musik aus den 60ern und 70ern.“ Ihr zweites Idol ist Jimmy Cliff. Von dem jamaikanischen Musiker lernte sie, wie man Geschichten in Songs verpackt, wie man sich mitteilt und andere mit seinem Texten berührt, ohne dabei große Kompromisse einzugehen. Denn das ist es auch, was den Kern von Ayos Musik ausmacht: Sie will auf ehrliche Weise ihre Geschichten mitteilen, will andere Menschen berühren und ihre Erfahrungen und Träume greifbar machen. „Auch wenn man unglaublich harte Zeiten erlebt hat, ist es doch das Wichtigste, sich stets daran zu erinnern, dass man das Leben genießen muss –, man darf nie aus den Augen verlieren, was einen motiviert, was einen weitermachen lässt. So kann man an der Oberfläche bleiben, weiterleben, auch wenn einem im Herzen nach Weinen zumute ist.“

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