Big-Banner

Suche

Künstler im Fokus

  • U2
    18.09.1998 U2 18.09.1998

    U2

    U2

    18.09.1998

    U2

    U2
  • Snow Patrol
    09.09.2003 Snow Patrol 09.09.2003

    Snow Patrol

    Snow Patrol

    09.09.2003

    Snow Patrol

    Snow Patrol

    Snow Patrol haben bereits einmal bewiesen, was in ihnen steckt. Vor gut zwei Jahren wurde ihre unvergessene Hymne über Liebe und Verlangen, "Run", veröffentlicht und katapultierte das Album "Final Straw" auf Platz drei der Albumcharts. Nachdem sie zu jenem Zeitpunkt bereits zehn Jahre als Band existiert hatten, war es die Kombination von Selbstbewusstsein, harter Arbeit und ihrer mitreißenden Mixtur aus verzerrtem britischem Rock und US-Alternative Gitarren-Pop, die Snow Patrol an die Spitze brachte.

    Gary Lightbody, seines Zeichens Sänger und Chef-Songwriter von Snow Patrol ist überzeugt, dass sich das Publikum seiner Band fast so fühlt, als sei es mit der Band befreundet. Der Beweis für seine These ist das Album "Eyes Open" - denn es ist eine Ansammlung von Songs geworden, die sämtliche Versprechen des Vorgängers "Final Straw" einlöst und sogar übertrifft. Ohne Frage ist "Chasing Cars" der atemberaubendste Track des Albums, in dem zugleich auch der innere Geist von "Eyes Open" liegt. Vielleicht liegt das auch an der Botschaft dieses Songs, denn laut Lightbody ist es "das reinste und aufrichtigste Liebeslied", das er je geschrieben hat.

  • Amy Macdonald
    26.08.2007 Amy Macdonald 26.08.2007

    Amy Macdonald

    Amy Macdonald

    26.08.2007

    Amy Macdonald

    Amy Macdonald
  • Duffy
    12.01.1999 Duffy 12.01.1999

    Duffy

    Duffy

    12.01.1999

    Duffy

    Duffy
  • Jamie Cullum
    15.09.2004 Jamie Cullum 15.09.2004

    Jamie Cullum

    Jamie Cullum

    15.09.2004

    Jamie Cullum

    Jamie Cullum

    "Jamie Cullum ist der DiCaprio des Jazz", meinte die Wochenzeitung Die Zeit und versuchte damit, das Phänomen dieses jungen Sängers und Pianisten einzukreisen. Wer ihn einmal live erlebt, hat aber eher das Gefühl, eine unterhaltsame Mischung aus Lausebengel und Crooner auf der Bühne zu sehen. Denn Cullum tanzt auf dem Klavier, leistet sich Kapriolen den Entertainments, nur um wenige Minuten später wieder inniglich eine Ballade anstimmen zu können. "Cullum schlüpft in verschiedenen Rollen, zitiert Cobain und das Rat Pack, Hendrix und die Kinks, darüber hinaus eine ganze Reihe swingboppender Ahnherren der Bewegung", konnte man nach seinem Münchner Konzert in der Süddeutschen Zeitung lesen. "Seine Stärke ist die Selbstverständlichkeit, mit der er die an sich divergierenden Stile der eigenen Darstellung einverleibt. Man glaubt ihm den frustriert-verliebten College-Studenten ebenso wie den Entertainer mit den großen Gesten, lässt sich einfangen von den spitzbübischen Details, wenn er auf dem Klavier tanzt oder es betrommelt. Es macht ihm Spaß, am Mikrofon zu stehen, mit den Menschen zu arbeiten, ausführliche Animationen durchzuziehen. Er hat die natürliche Ausstrahlung eines überzeugten Milchbarts, der alles mehr als perfekt abliefern will".

     

    Jamie Cullum wurde im Jahr 1980 in Malmesbury in der britischen Provinz Wiltshire geboren. Er stammt aus einer multikulturellen Familie - der Vater kommt aus Jerusalem, die Mutter aus Burma -, die noch dazu eine große Affinität zur Popmusik hat. Denn die Eltern, der Onkel und der Großvater spielen gemeinsam in einer Coverband mit den Namen "The Impact" und der kleine Jamie darf sich bald dazu setzen und selbst ein paar Akkorde am Klavier drücken. Allerdings ist er, wie die meisten Teenager, kein Freund von langen Übungen und Proben und so wendet er sich erst einmal vom Klavier ab, um das vermeintlich coolere Element Gitarre zu spielen. Im Kopf schweben ihm Soli wie das von Eddie van Halen auf Michael Jacksons "Beat It" herum. Cullum ist 13 Jahre alt.
     
    Allerdings muss er bald feststellen, dass auch das Piano einiges zu bieten hat. Vor allem Oscar Petersons swingende Geläufigkeit hat es ihm angetan. Auf der einen Seite also hört er den Grunge von Nirwana und den Pop von Soundgarden, auf den anderen durchstöbert er die Plattensammlung seiner Eltern nach wirklich lässigen Aufnahmen der Vergangenheit. Er beginnt, von neuem Ehrgeiz angespornt, eifrig zu üben, steigt dann während seiner frühen Universitätsjahre bei Oldtime-Combos in Oxford ein und ist bald in Bars und Kneipen, Hotels und auf Hochzeiten, ja sogar auf Kreuzfahrtschiffen zu hören. Cullum lernt durch die Praxis und entwickelt in rasantem Tempo seine eigene Vorstellung von Entertainment.
     
    Schließlich hat er das Geld zusammen, um eine eigene CD zu produzieren, nimmt "Heard It All Before" auf und vertickt die Auflage von 700 Stück erfolgreich bei Konzerten. Eines dieser Alben landet darüber hinaus auf dem Tisch des britischen Candid-Labels, das durchaus beeindruckt von dem Potential des Jungen anno 2001 sein Debüt "Pointless Nostalgic" in größerem Rahmen produziert. Cullum, gerade mal 20 Jahre alt, arrangiert sich mühelos mit den Forderungen des großen Business, eigene Songs wie "I Wanna Be A Popstar" setzen sich ironisch mit seinen Träumen auseinander.
     
    Schließlich schafft er es tatsächlich, in die Hitparaden zu gelangen. Im Jahr 2003/4 veröffentlicht die Universal Cullums drittes Album "Twentysomething" und es trifft den Geschmack der Menschen. Ungemein authentisch covert er Songs vom Broadway bis Jimi Hendrix, vermischt sie mit seinen eigenen Klangvorstellungen und macht daraus einen musikalischen Cocktail, der sich vom Songwritertum und dem Pop der Gegenwart ebenso inspirieren lässt wie von den swingboppenden Stimmungen der Old Lions. Cullum wird zum Jungstar des Business, von manchen als männliches Gegenstück zu Norah Jones, von anderen wieder als neuer Frank Sinatra gepriesen. Er selbst sieht sich dabei in keine Schubladen gepresst. Denn er hat mit den Oldtimer in Oxford ebenso gespielt wie mit jungen Rockkollegen, die Kategorisierungen sind ihm schnuppe. Sein Ziel ist ein durchaus jugendliches: Er will Spaß haben und der lässt sich nicht auf irgendeinen Stil beschränken.

    07/2005

    "Neu: Jamie Cullum für Ihr Handy!"

    Sie möchten Jamie Cullum immer und überall bei sich haben?
    Dann besuchen Sie unseren Mobile-Shop Label Studio und wählen Sie aus einer Vielzahl von Realtones, Wallpaper, Videos und Fun Sounds für Ihr Handy. 

    Alle für Ihr Handy kompatiblen Jamie Cullum Töne, Videos und Bilder auf einen Blick!
    Senden Sie CULLUM als SMS an die 22559
    (Alle deutsche Netze - zum Preis einer normalen SMS - WAP- / GPRS-Einstellungen sollen aktiviert sein)

Mehr Künstler

Partner

Björk Eyecatcher 2007

Biografie

  • Björk | Björk 17.10.2008 | Björk - 2007
    Tanzbar, durchweg vorwärts gerichtet und absolut optimistisch, mit Einschüben, in denen man Schiffen beim Anlegen und Segelsetzen zuhören kann bzw. dem Klang eines Nebelhorns, dem Geräusch von Meeresvögeln, Regengüssen oder dem Sound eines vorbeirauschenden Zugs begegnet, ist „Volta“, das neuste Kapitel in Björks sich stets wandelndem Karrierefluss, wiederum ein Sprung auf absolutes Neuland. Auf Marschland.

    „Die ganze Herangehensweise war dieses Mal anders“, berichtet Björk eingangs über ihr eigenhändig produziertes sechstes Soloalbum. „Im Fall von `Homogenic´, `Vespertine´ und `Medúlla´ gab’s jedes Mal einen klaren Ausgangspunkt, und zwar die Rhythmen... nicht so beim neuen Album. Es war anders, weil ich dieses Mal eher gefühlsmäßig wusste, wo ich mich klanglich hinbewegen wollte. Sonst gab es keine konkreten Anhaltspunkte. Und vielleicht lag es auch daran, dass ich zuvor zwei, drei mehr oder weniger ernsthafte Projekte gemacht hatte, dass ich mich mit den neuen Aufnahmen einfach aus diesen starren Systemen raus bewegen wollte. Letztlich wollte ich mit dem neuen Album nämlich einfach nur Spaß haben –, ich wollte alles geben und etwas Neues probieren.“

    So verwundert es kaum, dass ihr neustes Werk gänzlich anders als „Medúlla“ klingt, ihr Vorgängeralbum aus dem Jahr 2004, das komplett aus menschlichen Stimmen gestrickt war. „Ich wollte wieder rhythmischer werden“, berichtet Björk. „Mit `Medúlla´ hatte ich davon Abstand genommen, weil ich nicht zusammen mit der Frage, `Oh, welchen Rhythmus wird sie wohl als nächstes aus dem Hut zaubern?´ in eine Schublade gesteckt und ad acta gelegt werden wollte.“

    Interessanterweise nahm Björk die Beats von „Volta“ jedoch erst ganz zum Schluss in Angriff: „Ich hatte eigentlich schon das gesamte Album fertig; und erst zwei oder drei Monate vor der absoluten Fertigstellung konzentrierte ich mich auf ein Puzzleteil, das ich bis dahin noch nicht angefasst hatte: Die Rhythmusfrage musste noch gelöst werden“, so Björk. „Wir hatten ausgiebig mit allen möglichen Arten von Rhythmen herumexperimentiert, aber ich warf die Ideen letztlich immer wieder über den Haufen, weil irgendwie jeder einzelne Beat, den wir programmierten, dann doch zu prätentiös für das Album klang. Es waren gute Beats, keine Frage, aber sie passten nicht zu den Songideen, passten nicht zum Grundgerüst. Und für mich kam auch eine Rückkehr zu den Beats der frühen neunziger Jahre nicht wirklich in Frage – da wäre zu viel Nostalgie im Spiel gewesen, wenn wir mit ganz simplen 808- oder 909-Drummachines gearbeitet hätten. Auch die Idee war eigentlich gut, etwas ganz Klassisches zu machen, einfach und elementar, nicht zu dick aufgetragen... na ja, ich hatte schon alle Bläser-Parts aufgenommen, und auch alles andere war bereits im Kasten – und es fügte sich alles nach und nach zusammen..., und dann sagte ich: Was ich brauche, ist ein Live-Schlagzeuger, am besten einer, der richtig abgeht, der so wild und grobschlächtig an die Sache geht, dass es schon etwas von einem heidnischen Rundumschlag hat und der Sound dadurch eine Art Trancezustand verpasst bekommt.“

    Den gewünschten Grad an musikalischer Verwilderung fand sie schließlich auch, und zwar in zwei der heftigsten Underground-Noise- bzw. Jazz-Perkussionisten: dem Sonic-Youth-Gastmusiker Chris Corsano (Cold Bleak Heat, Sunburned Hand of the Man und inzwischen Teil von Björks Live-Band) und Brian Chippendale, der sonst bei Lightning Bolt seine Energie ablässt. Allerdings hat Björk im Verlauf ihrer Karriere immer wieder mit unerwarteten Kollaborationspartnern gearbeitet – man denke an Tricky oder Graham Massey von 808 State, die auf „Post“ (1994) dabei waren, oder an die aus San Francisco stammenden Musique-concrète-Spezialisten Matmos oder den Kult-Filmemacher/Autor Harmony Korine („Kids“, „Gummo“, „Julian Donkey Boy“), die an ihrem „Vespertine“-Album aus dem Jahr 2001 mitwirkten.

    „Hätte ich 500 Jahre Zeit, würde ich wahrscheinlich mit allen möglichen Leuten kollaborieren“, setzt Björk an. „Andererseits weiß ich auch, dass ein Teil von mir absolut loyal ist was künstlerische Zusammenarbeit angeht. So eine Kollaboration ist etwas viel zu kostbares – daher sollte man es auch nicht übertreiben. Ich denke sogar, dass man sich nur dann darauf einlassen sollte, wenn man auch wirklich absolut davon überzeugt ist, und wenn auch wirklich beide Parteien etwas davon haben. Es muss so eine Art kreatives Gesetz gelten, wenn man kollaboriert: eine Art Naturgesetz, dass keiner den anderen ausnutzt, und dass in jedem Fall etwas Freundschaftliches bei der Arbeit mitschwingt. Ich mache rund 90% meiner Musik im Alleingang, daher ist jede Zusammenarbeit, die ja nicht gerade oft stattfindet, eine sehr besondere Angelegenheit, eine einmalige und absolut wertvolle Sache. Hat man sich erst einmal dazu entschlossen, muss man sich von den Synergien treiben lassen und alle kreativen Türen offen halten.“

    An den Aufnahmen zu ihrem kommenden „Volta“-Album waren allerdings noch mehr Gäste als Corsano und Chippendale beteiligt: Auf der internationalen Besetzungsliste tauchen auch das afrikanische Kollektiv Konono N°1 (die im Jahr 2006 den „BBC World Music Award“ bekamen) und der malische Kora-Spieler Toumani Diabaté auf, sowie die chinesische Pipa-Spielerin Min Xiao-Fen und eine zehnköpfige Bläserinnentruppe aus Island. Dazu half auch Mark Bell von LFO, der schon zuvor wiederholt mit Björk gearbeitet hatte, wiederum mit diversen Instrumentalparts und einer Produktion aus –, und obendrein wären da natürlich noch die Stimmen, wobei neben Björk größtenteils Antony (von Antony and The Johnsons) auf dem Album zu hören ist.

    Auch ist Björks Zusammenarbeit mit dem HipHop-Überproduzenten Timbaland (Jay-Z, Missy Elliott, Gwen Stefani), der zwei Tracks beisteuerte, letztlich gar nicht die große Überraschung, für die man sie halten könnte: „[Timbaland] hat meinen Song `Joga´ schon vor ca. 11 Jahren als Sample verarbeitet, und er hat im Laufe der Jahre immer wieder betont, wie sehr ihm mein Song `Venus As A Boy´ gefällt, den ich schon Anfang der Neunziger aufgenommen habe“, berichtet Björk. „Wir hatten uns wiederholt auf Partys getroffen, und es war klar, dass wir eines Tages zusammenarbeiten würden – die gegenseitige Bewunderung war schon immer da. Na ja, letztlich haben wir viel über eine Zusammenarbeit geredet, allerdings kam es dann doch nie dazu. Nachdem ich nun aber – wie schon erwähnt – zwei, drei sehr ernsthafte Projekte gemacht hatte, fragte ich mich, `OK, wo ist der Spaßfaktor?´ Und dann rief ich ihn an und sagte, `Lass uns mit der Arbeit anfangen.´“

    Neben Timbalands Einfluss und einer dezenten Rückkehr zu dem Spirit ihrer Anfangstage, war eine Reise nach Indonesien, die Björk im Januar 2005, also direkt nach dem Tsunami, im Namen der UNICEF absolvierte, ebenfalls indirekt für das durchweg hohe Tempo des neuen Albums verantwortlich. „Es ist kaum in Worte zu fassen – ich kam in einen Ort, in dem zuvor 300.000 Menschen gelebt hatten, wovon nun aber 180.000 tot waren. Die Leute waren immer noch dabei, die Leichen zu bergen, und der Geruch von Leichen und Knochen lag über der gesamten Stadt“, setzt sie an. „Der Tsunami hatte etliche Häuser einfach so weggewischt, man konnte das Fundament sogar noch sehen, und die Einheimischen, mit denen ich unterwegs war, entdeckten schließlich sogar das einstige Lieblingskleid ihrer Mutter im Schlamm... es war schrecklich. `Earth Intruders´ war der erste Beat, den er [Timbaland] mir vorgespielt hat, und schon in dem Moment kamen all die Eindrücke aus Indonesien wieder hoch. Mir kam diese seltsame Idee, dass vielleicht eine Welle aus Menschen, ein menschlicher Tsunami entstehen könnte, der das Weiße Haus einfach so vom Erdboden wegwischt – einfach nur, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Und diese Welle von Menschen blieb dann irgendwie in meinem Kopf hängen, denn letztlich sind wir Menschen nichts anderes als ein einziger Stamm, wenn wir ehrlich sind, und man braucht da auch gar nicht mit dem ganzen religiösen Schwachsinn anfangen! Ich habe das Gefühl, dass alle – oder zumindest etliche meiner Freunde – von dieser religiösen Überheblichkeit echt die Schnauze voll haben. Es reicht. Schluss damit. Wir sind alle verdammt noch mal Tiere, darum lasst uns doch einfach einen universellen Stammesbeat machen. Wir sind Heiden, lasst uns einfach losmarschieren.“

    Auf einer Reihe von Songs (u.a. „Pneumonia“, „Hope“) setzt sich Björk konkret mit Fragen der Weiblichkeit bzw. mit dem Feminismus auseinander, wobei sie oftmals sehr persönlich wird. „Sie handeln allerdings gar nicht mal so sehr von mir als Frau, sondern vielmehr von allen Frauen“, kommentiert sie. „Es geht um eine Art Zeitreise, einen Sprung 10.000 Jahre zurück, in eine Zeit, als sie [die Frauen] noch im Einklang mit der Natur lebten – was man schon an kleinen Dingen erkennen kann: Es gibt 13 Vollmonde im Jahr, und den meisten Frauen passiert 13 mal pro Jahr etwas..., doch das Christentum wollte unbedingt 12 Monate einführen, nur um das alles aus dem Rhythmus zu bringen. Darum habe ich mit meinen neuen Songs versucht, gute Vibes für die kleinen Prinzessinnen da draußen zu kreieren. Schließlich gibt es dramatischere Dinge, als einen Glasschuh zu verlieren.“

    Mit dem Song „Declare Independence“ knüpft Björk dann sogar explizit an ihre Phase als Teenage-Punk an, wenn sie ihre Zuhörer/innen dazu auffordert, „start your own currency/make your own stamp/protect your language“, um dann die individuelle Unabhängigkeitserklärung einzufordern: „declare independence… raise your flag.“ Gelegentlich kombiniert sie die Themen Revolution, Krieg und Feminismus miteinander, wie z.B. im Song „Hope“: „Der Song ist als Reaktion auf eine Schlagzeile über eine Palästinenserin entstanden, die in ein Krankenhaus gegangen ist, weil sie schwanger war, und dann ging eine Bombe hoch, wobei nur sie selbst ums Leben kam. Die ersten Nachrichten hatten diesen fassungslos-wütenden Unterton: Wie kann man so etwas tun? Eine Schwangerschaft fingieren, eine Bombe als vermeintliches Baby vor sich hertragen? Wie konnte sie so etwas Heiliges wie eine Schwangerschaft für solche Zwecke ausnutzen, um Leute zu töten, wie kann das sein? Zwei Tage später fand man jedoch heraus, dass sie tatsächlich schwanger gewesen war, und dann hat man ihr sofort vergeben, weil sie ihr Kind geopfert hat – allerdings war immer noch offen, wie es sein kann, dass sie keinen Menschen außer sich selbst mit ihrem Attentat umgebracht hat? Eine Reihe von weiteren moralischen Fragen folgte: Hätte es den Tod ihres ungeborenen Kindes gerechtfertigt, wenn sie mit ihrem Attentat erfolgreicher gewesen wäre?“

    „Manchmal ist es am besten, wenn man völlig impulsiv handelt“, fügt sie ihrem Kommentar zu „Hope“ hinzu. „Ich schrieb einen ganzen Haufen Texte, und ich wusste nicht einmal, welchen ich davon letztlich benutzen würde, doch schließlich kam `Hope´ dabei heraus. Ich flog dann nach Mali, um Toumani Diabaté zu treffen, und ich hatte drei unterschiedliche Texte im Gepäck, die für den Song funktioniert hätten. Ich wollte es erst vor Ort entscheiden, während der Aufnahmen, weil es etwas gänzlich anderes ist, wenn man sie dann gemeinsam mit anderen Musikern im Studio singt; und letztendlich entschied ich mich für diesen Text, weil die Struktur der Sätze am besten passte. Der Entschluss fiel in letzter Minute, in meinem Hotelzimmer... im absoluten Jetlag-Zustand –, und ich wählte den einen Text tatsächlich nur, weil die Silbenfolge die bessere war.“

    Derartige Überschneidungen findet man überall auf „Volta“: „Dull Flame Of Desire“, eine Ballade im Duett mit Antony, wird von Brian Chippendales chaotischem Schlagzeugspiel untermauert; in „I See Who You Are“, einem Song, in dem Björk scheinbar ihre Tochter beschreibt, verschmelzen die zerbrechlichen Sounds von Min Xiao-Fens Pipa-Spiel mit einem Beat von Chris Corsano und einem Bläser-Arrangement aus insgesamt 14 Versatzstücken. Den Text, den Björk dazu singt, kommentiert sie folgendermaßen: „Es geht um das Gefühl, dass die Kinder im einen Moment noch wahnsinnig klein sind, gerade erst geboren, und drei Monate später sind sie schon riesig... es geht alles so unglaublich schnell. Und einem wird dann auch immer wieder klar, wie wenig Zeit einem doch bleibt... Stell dir das Jahr 2099 vor, wenn wir beide schon längst im Grab liegen – das reicht, um zu wissen, dass wir unser Leben besser schon heute genießen sollten.“

    Und letztlich verknüpft Björk mit dem eher traurigen letzten Song „My Juvenile“ all diejenigen Fäden, die sie vorher ausgebreitet hat, um zugleich ihre letzten Anmerkungen zu präsentieren; doch was soll „Volta“ den Zuhörern eigentlich sagen? „Es handelt insgesamt davon, dass die Anmaßung der Religionen ein Ende haben muss – ich kann das alles nicht mehr hören. Dazu taucht immer wieder folgender Gedanke auf: Okay, vielleicht sind wir alle ein und derselbe Stamm, und wir alle sind Teil der Natur, aber warum dann mit derartigen Patentlösungen ankommen? Schließlich schreiben wir bereits das Jahr 2007, der ganze Hippie-Dreck hat hier und heute nichts mehr verloren – also kann es nicht um eine wie auch immer geartete Rückkehr zu den Wurzeln gehen, sondern nur noch um einen Marsch in die Zukunft.“

    Über Björk:
    Die isländische Sängerin, Songwriterin und Multiinstrumentalistin startete ihre Karriere in Reykjavik im Jahr 1977 im zarten Alter von 11 Jahren, als sie ein gleichnamiges Album mit Kinderliedern und Cover-Versionen aufnahm, das im Handumdrehen Platinstatus in Island erreichte. Mit 14 spielte sie Schlagzeug in der Frauen-Punkband Spit and Snot, um sich kurze Zeit später mit der Band Exodus auch in Fusion-Jazz-Gefilde vorzuwagen. Auch wurden ihre frühren Punk-Einflüsse bei der Band Jam-80 deutlich, die sich schon bald in Tappi Tikarrass umbenannten, was übersetzt (aus dem Isländischen) soviel bedeutet wie „Verkork den Arsch der Bitch“. Ihre nächste Gruppe KUKL absolvierte eine ausgiebige Tour und kollaborierte letztlich sogar mit der britischen Anarcho-Punkband Crass. Nach einigen Neubesetzungen gingen aus KUKL dann die Sugarcubes hervor (die offiziell zur Geburt ihres Sohnes im Jahr 1986 gegründet wurden). In ihrer Rolle als Sängerin und Frontfrau der Band wurde Björk schließlich auch international bekannt; doch auch diese Gruppe sollte sich schon 1992 wieder auflösen. Ihr bekanntester Hit ist die Single „Birthday“ aus dem Jahr 1988. (Vergangenes Jahren standen die Sugarcubes für eine Exklusiv-Benefizshow in Reykjavik erstmalig wieder zusammen auf der Bühne.) Nach der Auflösung der Sugarcubes trat Björk ihre Solokarriere mit dem „Debut“-Album an (1993). Seither hat sie fünf weitere Soloalben – „Post“ (1995), „Homogenic“ (1997), „Vespertine“ (2001), „Medúlla“ (2004) und „Volta“ – und zudem eine Reihe von Compilations und Soundtracks veröffentlicht. Neben ihrer Karriere als Musikerin, konnte Björk auch bereits als Schauspielerin glänzen: Im Jahr 2000 gewann sie für ihre Hauptrolle in Lars von Triers „Dancer In The Dark“ den Preis für die Beste Schauspielerin in Cannes. Ihr Song „I’ve Seen It All“, den sie für den Film komponiert hatte, wurde zudem für einen Oscar nominiert. Erst kürzlich trat sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, dem Video- und Medienkünstler Matthew Barney, in dessen Film „Drawing Restraint 9“ auf, für den sie ebenfalls den Soundtrack beisteuerte (wobei Bläsersektionen aus dem Film-Soundtrack auf „Declare Independence“ und „Vertebrae By Vertebrae“ (beide auf dem Album „Volta“) als Samples auftauchen). Das Paar hat eine gemeinsame Tochter.

Aktuell

Aktuell

Skyscraper