Donavon Frankenreiters volle, folkige und funky Stimme hat ihn - spätestens vor einem Jahr - aus dem Schatten seines Über-Surferfreundes Jack Johnson geholt. Nach dem Erfolg seines zweiten Albums "Move By Yourself" (das er nicht auf Brushfire, sondern auf dem renommierten Rootsrocklabel Lost Highway veröffentlichte) hat der überzeugte Schnurrbartträger die EP "Recycled Recipes" aufgenommen. Und das natürlich nicht in einem staubigen Studio, sondern auf der holzknarrenden Veranda (und in der Küche) seines alten Bandkumpels Matt Grundy. Entsprechend relaxt räkeln sich die sechs Cover in der Abendsonne Kaliforniens. "Es war so cool, zwischen den Tourneen mit Matt abzuhängen, zu singen und zu lachen, und als alles auf Band war, fanden wir, das wäre jetzt mal etwas Spezielles", meint Frankenreiter. Nicht mehr und nicht weniger. Dass die Originale von Bob Dylan ("Don´t Think Twice, It´s Alright"), Dr. John ("Such A Night"), Bruce Cockburn ("Wondering Where The Lions Are"), Creedence Clearwater Revival ("Fortunate Son"), Wilco ("Theologians") und The Band ("It Makes No Difference") Frankenreiters eigene Songs hörbar geprägt haben, lässt sich beim Anhören seiner Versionen klar zurückverfolgen. Gleichzeitig macht er sich die (teilweise ja inflationär bekannten) Songs derart zu eigen, dass man sie am Ende der EP schon fast für seine eigenen halten mag. Dafür ist er, im direkten Vergleich zu "Move By Yourself", beim Nachkochen des Americana-Songbooks wieder einen Schritt weg vom Stax-Sound und Philly-Funk gegangen und knüpft erneut an die akustische Lagerfeuer-Romantik seines titellosen Debüts an. Nur von einer Gitarre begleitet, mit sparsamstem Backgroundgesang schafft es der mittlerweile profilierte Neo-Rootsrocker ganz unprätentiös, den Klassikern derart neue Untertöne einzuhauchen, dass man die Ohren spitzt, als hätte man diese Songs noch nie gehört.